Samstag

NEW FOUND: Künstlerin Tran Nguyen


- Treading through an untrimmed memory - mein Lieblingsbild, wie sie so bequem zwischen den harten Häuserdächern liegt und gen Himmel träumt. Schön.



* Bei Kunst gibt es ja viele unterschiedliche Stilrichtungen, 
wie überall und so sehr ich die großen teils abstrakten Öl-oder Acrylbilder mag, so begeistert bin ich auch von eher kleineren eher illustrationlastigen Bildern und Zeichnungen.

Und nun hab ich wieder mal eine Künstlerin gefunden, eine Vietnamesin namens Tran Nguyen (ausgesprochen tron wen), die sehr surrealistische, aber trotzdem irgendwie romantisch-pre-raphaelitische Bilder aufs Papier bringt. Ich bin ein Fan vom späten 19.Jahrhundert und dem mythisch märchenhaften Stil, hier sogar gemixt mit den originellen, zarten Ideen des Surrealismus. Like. Und das sind ja nur ein paar ihrer Bilder.

Tran ist wichtig, dass die Visuals auch als psycho-therapeutische Stütze dienen können, was mich an Freud erinnert. 

Wohnen tut sie in Georgia und ihre Werke waren schon in allen großen Kunststädten ausgestellt.  

Ihre Bilder und Druck derer gibt es bei der thinkspace gallery und hier Tran Nguyen Homepage

Bild oben: What the world doesn´t know -

- When the world isn´t looking -  Vorsicht Interpretation ;) 

 Mich erinnert die Kleidung des Jungen an eine blaue Uniform, der Stehkragen, die Knöpfe, der gute Schnitt. Ein wenig moderner, aber so ähnlich wie die der K.u.K. Soldaten von Österreich-Ungarn im 1.Weltkrieg. Er wirkt wie ein Soldat, vom Wind gestriffen, der auf dem Weg ist. Aber es gibt kein bestimmtes Ziel, denn es gibt Zeiten im Krieg, da geht man einfach nur, damit man den Ort wechselt und nicht niedergeschossen wird. 
So wirkt das. Nicht mehr ganz da, aber auch nicht ganz fort. Er geht einfach, wie eine Maschine. Der junge Mann in ihm zu einem Keimling geschrumpft, der vergebens auf Frühling hofft. Oder schon nicht mehr?  Und dazu einen vollen, starken Leder-Rucksack mit Häusern, die mich an die Hügelhäuser in San Francisco erinnern. An Ruhe, Sicherheit, Unwirklichkeit. Mit den Stromkabeln (der Luxus elektrische Geräte zu benutzen), Leitern (die Sicherheit, dass kein Feind einsteigt und einem Gewalt antun will sowie Spontanität, einfach nicht zu planen, wann man sich sieht) und mit warmem Licht in den Zimmern. Eine Romantik am Rücken, zur Hälfte entblößt, schon so lose eingepackt, dass die Träumerei, der Hoffnungsschimmer vielleicht bald herausfällt. 
Die Personen ohne Gesicht, wartend, was ihrer geschehen wird. In der Kälte des Febraurs geht die Garnison dahin. Ein Junge mit seiner Traumwelt, die ihn an der Realität von Schlachten, Bomben, Granatensplittern und dem Tod nicht verzweifeln lässt. San Francisco, Amerika so weit entfernt und unwirklich, dass es als keine Realität wahrgenommen werden kann und daher als Traum Halt gibt. 
When the world isn´t looking: Niemand schaut auf die einzelnen Soldaten, niemand interesiert sich für die Einzelperson in den Kanonenfutter-Reihen. Und wenn man nicht hinsieht, weiß man auch nicht, dass der Junge aufpassen muss, dass er seine Hoffnung, die schon so locker im Leder sitzt, nicht zu Boden fällt, zerbricht und verloren geht in der Weite der Schlachtfelder da draußen im Feindesland.

- Drowning in a sea of uncertainties -

- Bonjour said the prince - Wunderschöne Idee, ein Frosch in Frack ;D



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