Sonntag

Filmkritik mal anders



Whatever Woody - Alle(n) Jahre wieder



Oh wie wundervoll. Es ist wieder soweit. Endgültig. Der kalte, unbarmherzige Spielverderber namens Winter hat uns sonnenhungrige Bürger Wiens heimgesucht. Die Nase läuft unaufhörlich, Die Herbst-Wintermode bei H&M hat auch wiedermal nur Acryl-Kratz zu bieten, und die nagelneuen, noch immer ungetragenen Römersandalen aus Barcelona, verstauben im Schuhregal und werfen mir jeden Morgen beim reinquetschen in die blöden, schirchen Winterstiefeln einen vorwurfsvollen Blick zu. Ich kanns ihnen nicht verübeln. Und überhaupt. Klimaerwärmung? Verschiebung der Jahreszeiten? War da nicht was? Von wegen. Blöde schmelzende Polarkappen. Die kann mich mal, die gelbe Sau, würde Peter Licht singen. Erste Anzeichen einer Winterdepression kristallisieren sich heraus, jetzt beleidige ich schon die Sonne. Das wird bestimmt der längste und blödeste Winter aller Zeiten. Als zusätzliches Sahnehäubchen, oder sollte ich besser sagen als zusätzliche Dach-Lawine kommt noch das derzeitige Kino-Programm dazu. Nix da mit romantischem Kinonachmittag bei Sturm-Schnee-Regen-Wetter. New-Teeniekack-Moon? Saw VI ?oder IV was weiss ich, Die Päpstin? Irgendein unnötiger schlecht animierter Kobold Film mit Bill Kaulitzs Synchronstimme dessen Name ich vergessen hab? Also echt, come on Cineplexx, das kanns doch echt nicht sein!?. Wo bleibt die wundervoll romantisch, ironisch, tragisch-komische Alltags/Liebeskomödie mit verbittert, egozentrischem, narzisstisch, verkorkstem, jiddischen Fast-Nobelpreisträger und gutgläubig, naiver, streng katholischer Südstaaten Blondine die zusammen New York „unsicher“ machen? Hoppala da war doch was! Whatever Works! Da hat sich der Woody wieder was ausgedacht! Diese hinreißende Boulevardkomödie, die ich selber schon 2 mal gesehen habe (1 mal davon legal) hat alles was ein modernes Liebesmärchen braucht, und das obwohl sich selbst der Hauptdarsteller Larry David am Anfang des Films persönlich ans Kinopublikum wendet und erklärt, das dieser Film ganz sicher nicht das “Feel-Good-Movie „des Jahres ist, von wegen! 
Das Motto des Films lautet Liebe sich wer kann, Mann und Frau, Mann und Mann und Frau, Mann und Mann, Jung mit Alt, Alt mit Noch-Älter, alles ist möglich, solange es passt, Whatever Works eben! 
Mein Appell in diesem Sinne, weg vom Computer, rein in die Winterrüstung und los ins Kino, hopp hopp!

Prädikat: *****(+Woody-Allen-Gütesiegel)

Empfohlen für: Neurotiker, Ironiker, Hypochonder, Nihilsten, Atheisten (und solche dies noch werden wollen), Allen-Fanatiker, Romantiker, Realisten, Pessimisten,Optimisten uvm.
Tip: unbedingt in OmU ansehen, NY-Slang auf Deutsch geht garnicht, Filmcasino, Topkino


Kuss+Gruß Angi









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