Samstag

Wort zum Sonntag


Zukunft = Chance = Glaubensfrage?
Was sagte einst der französische Schriftsteller Victor Hugo über die Zukunft?
‚Für die Schwachen ist sie das Unerreichbare.
Für die Furchtsamen ist sie das Unbekannte.
Für die Tapferen aber ist sie die Chance. ‘

Doch…wie definieren wir die Zukunft?
Was ist für uns Zukunft? Gehen Zukunft und Chance in unseren Gedanken-Wort-Spielen überhaupt Hand in Hand?

Ist es nicht so, dass die vorgestellte zukünftige Zeit nichts anderes ist als die bloße Hoffnung, dass etwas, das wir sowieso schon zu Nichte gemacht oder zerstört, oder etwa auch nicht gut gemeistert haben, vielleicht am Ende doch noch tragbar und akzeptabel, ja, vielleicht sogar zu unserer möglichen Zufriedenheit erscheint?

Scheint es nicht Sinn zu machen, dass es keinen Sinn macht an die Zukunft zu denken, weil sie doch nur das ist, was unser Wunschdenken widerspiegelt und eigentlich nicht der Realität sondern dem surrealen Zusammenspiel von Gedanken, Hoffnungen, Wünschen und Ängsten entspricht?

Wie weit dürfen wir, die sterblichen Seelen dieser Welt gehen, wenn wir uns auf ein ‚wir fügen uns der Macht Gottes‘-Spiel überhaupt nicht einlassen wollen, und versuchen unsere Zukunft, oder wie auch immer wir es bezeichnen wollen, selbst in die Hand zu nehmen und zu lenken?

Die Macht Gottes, oder jedenfalls, was in der Kirche davon übrig geblieben ist, mitsamt ihrer Unantastbarkeit, ist doch nichts anderes, als die bloße Vorstellung, oder vielleicht sogar ein einziger Irrglaube, dass die Zukunft etwas ist, dass nicht wir uns selbst schaffen, sondern, dass uns der Allmächtige, so groß wie er auch immer sein mag, schenkt, gibt, nimmt…

Und sollte dies der Fall sein, dann müssten wir uns doch eigentlich keine Gedanken über Erziehung, Ausbildung oder etwa Regeln und Gesetze machen, weil dann, egal was wir, wie
wir es tun, tun, müsste unsere Zukunft bestimmt in eine einzige vorgegebene Richtung laufen.

So ist es nun, absurder Weise, absolut belanglos, dass ein promovierter Arzt eine jahrelange Ausbildung über sich hat ergehen lassen, um seiner ‚Berufung zu folgen‘ und um eine abgesicherte Zukunft zu haben, da sein Weg, gläubig oder nicht gläubig, absolutistisch von einer einzigen Macht in eine einzige Richtung gelenkt wird, ohne zu fragen, was er eigentlich will, dieser promovierte Arzt, der genauso gut einfach hätte zu Hause sitzen können um den lieben langen Tag Filme zu sehen und seine geistige Abstinenzhaltung zu feiern, anstatt auf die Universität zu gehen, zu lernen, zu arbeiten, an sich und an seinen Fähigkeiten, damit aus ihm ein guter, vertrauenswürdiger Arzt wird, der eines Tages vielleicht sogar ein absolutes Heilmittel gegen Krebs entwickelt.

Wie verhält sich die Zukunft nun?
Relativistisch? Wozu?
Zur Chance? Zum Glauben?

Oder ist die Zukunft, einfach nur eine nicht eingegrenzte Angabe der Zeit, die uns einen Raum schafft, um uns selbst Ziele zu setzen, diese zu erreichen und unsere Kompetenzen auszuschöpfen und die geistige Stabilität zu stimulieren?



Robert Schermann/Mr.StrictlyIntimate

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